Ehrlich gesagt kann ich mir nicht ganz erklären warum das average rating 4,2 Sterne beträgt. Das Werk beinhaltet viele schwere Fehler und Ungenauigkeiten, alles Fehler die in späteren Werke revidiert wurden, nichts desto trotz Fehler. In Frage 4 bspw. wird behauptet, der Arbeiter sei angewiesen seine Arbeit zu verkaufen und er erhielte dafür die zum Unterhalt nötigen Lebensmittel. Daran sind gleich mehrere Sachen Falsch: Der Arbeiter verkauft nicht seine Arbeit sondern seine Arbeitskraft, das mag wie eine Kleinigkeit erscheinen ist aber keine, der Unterschied wird in späteren Werken herausgearbeitet. Das ist noch ein Fehler der auf den ersten Blick nicht unbedingt auffällt, was einem allerdings sofort auffallen sollte ist, dass der Arbeiter seine Arbeit(skraft) nicht gegen Lebensmittel austauscht, sondern gegen Lohn welchen er dann für Lebensmittel austauscht, eine Ungenauigkeit von der ich nicht verstehe warum sie gemacht wird.
In Frage 5 wird dann behauptet, der Preis einer Ware sei im Durchschnitt immer der seiner Produktionskosten, auch das ist offensichtlich falsch, wäre das der Fall würde durchschnittlich ohne Mehrwert also ohne Profit verkauft werden, Profit ist aber die treibende Kraft der kapitalistischen Produktionsweise. Auch dieser Fehler wird in späteren Werken nicht mehr gemacht und der Preis einer Ware wird korrekt bestimmt.
Das sind nicht alle Fehler, ganz abgesehen vom Folgefehler, dass ständig vom Verkauf der Arbeit gesprochen wird.
Ich kann also nicht ganz verstehen warum alle Rezensionen hier behaupten es handle sich hier um ein gutes Einsteigewerk in den Marxismus, das genaue Gegenteil ist der Fall: Erst wenn man sich mit dem Marxismus besser auskennt sollte man dieses Werk lesen, da man dann in der Lage ist die Fehler zu erkennen und die tatsächlich interessanten Information herauszufiltern, die das Werk nämlich durchaus besitz. Wenn man noch nichts oder nur sehr wenig von Marx und Engels gelesen hat sollte man also zu anderer Lektüre greifen.
Man darf nicht vergessen, dass Marx und Engels auch nur Menschen waren, die ihre Theorien über Jahrzehnte entwickelt haben, die früheren Werke sind oft voll von Fehlern und Ungenauigkeiten die aber fast alle in späteren Werken richtiggestellt wurden. Wenn man also überlegt ob ein Werk von den beiden "gut" ist sollte man einfach gucken wann es veröffentlicht wurde, als Faustregel ist alles vor und inklusive dem Manifest als Einstieg nicht zu gebrauchen.
Wenn man einen guten Einstieg in den Marxismus sucht sind "Lohn, Preis und Profit" und "Lohnarbeit und Kapital" zu empfehlen.
Vermutlich das bekannteste Werk von Marx, wenn auch nicht sein Hauptwerk. Das Manifest ist durchaus lesenswert man sollte aber bedenken, dass es eine der früheren Arbeiten von Marx und Engels ist und sie Teilen des Manifests später widersprochen haben und manche Teile deutlich besser ausgearbeitet haben. Es macht schon spaß zu lesen, besonders viel Theorie steckt aber nicht drin, es ist auch nicht als theoretisches Grundlagenwerk gedacht sondern zur Agitation, und das macht das Manifest auch sehr gut. Nicht ohne Grund sind der Anfang und das Ende weltweit bekannt. Wenn man einen tieferen Einblick in die marxistische Theorie möchte ist das nicht das Buch dafür, da wären eher Lohn, Preis und Profit oder Lohnarbeit und Kapital zu empfehlen.
Sehr schön zu lesen. Der Titel ist allerdings etwas irreführend, es geht mehr um die Entwicklung von der feudalen Gesellschaft hin zur kapitalistischen und schließlich zur sozialistischen. Dennoch sehr empfehlenswert. Es sei aber erwähnt, dass Die Behauptung, dass der Staat nach der Vergesellschaftung der Produktionsmittel einfach absterbe, sehr naiv ist und die Macht des Staates und die Bereitwilligkeit diese auch anzuwenden unterschätzt.
Ehrlicherweise habe ich dieses Buch nur gelesen, weil ich den Titel lustig fand, und mir nicht bewusst war, dass Heine den Begriff Schnabelewopski erfunden hatte. Es handelt sich nur um ein Fragment, deswegen auch aus des Memoiren, es gibt keine wirklich stringente Handlung und auch die Charaktere, bis auf Schnabelewopski, wechseln ständig. Es geht um die Reisen des Herren von Schnabelewopski, die zwei Hauptthemen um die sich das Buch dreht sind Frauen und Essen. Das Frauenbild, dass Heine hier an den Tag legt ist zwar natürlich auch der zeit geschuldet, deswegen aber noch lange nicht entschuldigt. Alles in Allem kann ich das Buch nicht empfehlen, ich würde aber auch niemandem davon abraten, es ist durchaus schön geschrieben, die Handlung lässt aber zu wünschen übrig.