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Das Rätsel der Donauzivilisation: Die Entdeckung der ältesten Hochkultur Europas

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Dieses Buch öffnet einem die Augen für eine europäische Hochkultur, von der ich vorher noch nie gehört hatte: die Donauzivilisation. Haarmann zeigt, dass in Südosteuropa bereits zwischen 6500 und 3500 v. Chr. eine Zivilisation existierte, die in vielen Bereichen älter und fortschrittlicher war als die mesopotamischen oder ägyptischen Kulturen.

Die Fakten sind beeindruckend. Die Alteuropäer entwickelten das älteste Schriftsystem der Welt – rund 2000 Jahre vor den Sumerern. Sie bauten Städte mit bis zu 8000 Einwohnern, größer als alles, was es damals in Mesopotamien gab. Sie erfanden das Töpferrad, die ersten Brennöfen mit Temperaturkontrolle und beherrschten bereits die Kupfer- und Goldverarbeitung. Der Goldschatz von Varna (ca. 4500 v. Chr.) ist der älteste bekannte der Welt.

Was mich besonders fasziniert hat: Viele Errungenschaften, die wir den Griechen zuschreiben – wie die Weinherstellung oder die Olivenölproduktion – wurden in Alteuropa bereits Jahrtausende früher praktiziert. Auch in unserer Sprache leben alteuropäische Wörter weiter: Kirsche, Wein, Olive, Keramik, Metall sind keine indoeuropäischen Erbwörter.

Für mich war teilweise der Schreibstil etwas langatmig. Gerade in den Kapiteln zur Archäologie und Kulturchronologie verliert sich das Buch manchmal in Details, die den Lesefluss hemmen. Auch die vielen Fachbegriffe und Fundortnamen machen es stellenweise anstrengend.

Insgesamt kann ich das Buch jedem empfehlen, der sich für europäische Geschichte und Archäologie interessiert oder wissen möchte, was vor den Griechen war. Es korrigiert den eurozentrischen Blick, der die griechische Antike als Nullpunkt der europäischen Zivilisation sieht.

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7 months ago